Münsters Gründergeist

von Elisabeth Puskas

Als Praktikantin begleite ich, Elisabeth Puskas, Thomas Marquardt seit vergangener Woche in seinem Berufsalltag. Letzten Dienstag reiste Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans im Zuge seiner Sommer-Tour samt Mitarbeitern aus Köln an und besichtigte zusammen mit Svenja Schulze (Landtagsabgeordnete und Landesministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung) und uns zwei spannende Unternehmen.

Gründergarage

Erste Station war die Gründergarage im Technologiehof Münster. Auf ca. 100 m2 können sich hier ein gutes Dutzend Studierende mit Geschäftsideen für etwa ein Viertel Jahr kostenlos geschäftlich niederlassen und an ihren Konzepten feilen. Gerade die Anfangsphase zur Gründung eines selbstständigen Unternehmens, die Ideen-, Konzept- und Prototypenentwicklung, gestaltet sich für Einsteiger oftmals schwierig: Notwendig sind neben der guten Idee auch Büroräume, Zeit, Startkapital und kaufmännisches Wissen. Die Wirtschaftsförderung Münster bietet mit der Gründergarage sowohl komfortable Räumlichkeiten als auch die Möglichkeit für Teams, sich untereinander interdisziplinär auszutauschen.

Die aktuell untergebrachten Gründer stellten uns ihre Geschäftsideen vor. Darunter waren ein Online-Journal, sowie eine Gruppe, die mit ihrem Konzept lateinamerikanische Unternehmen bei ihrer Etablierung in Deutschland betreuen möchte und eine Preisvergleichsplattform für Computerspiele. Außerdem entwickelt eine weitere Gründergruppe eine neue Art der Interaktion mit unseren technischen Geräten durch einen Fingerabdruck-Sensor an einem Armband.

So vielfältig die Gründungsideen der betreuten Gruppen sind, für so spannend und so vielversprechend darf man die Gründergarage wohl halten.

fileee

Anschließend waren wir bei dem Start-Up-Unternehmen "fileee" zu Gast. Das Unternehmen bietet die Digitalisierung von Schriftstücken an. Einerseits kann ein Kunde Akten und Ordner zum Scannen einschicken und erhält sie als Textdatei zurück. Zum anderen haben die Gründer von fileee eine App entwickelt, mit der Nutzer ihre digitalisierten Dokumente sammeln und verwalten können. Für das eigenständige Scannen von Schriftstücken gibt es die fileee-Box: Das zunächst simpel wirkende Konstrukt aus Pappe birgt die Möglichkeit, mit dem eigenen Smartphone Fotos von Dokumenten zu machen, die anschließend mithilfe der App zu Textdateien umgewandelt und im Hinblick auf Absender und Inhalt systematisiert werden - quasi ein digitaler Aktenschrank. Eine Ordnung des erfahrungsgemäß anfallenden "Papierkrams" soll so erleichtert werden. Falls das Originaldokument (in altmodisch haptischer Form) doch noch mal benötigt werden sollte, biete die fileee-Box ein intelligentes Verwahrungssystem, bei dem durch die Papierhöhe in der Box der Standort des Schriftstücks bestimmt und dieses gefunden werden kann. Auch unterwegs hat ein Nutzer Zugriff auf alle seine wichtigen Dokumente und - im nächsten Schritt - auch die Möglichkeit, direkten Kontakt zu den Absendern aufzunehmen. Thomas Marquardt schien sehr von diesem Konzept überzeugt.

Gleich an meinem zweiten Praktikumstag durfte ich so viele Einblicke in Projekte gewinnen, die den Gründergeist und das innovative Potential von Münster eindrucksvoll gezeigt haben.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0