Mein Praktikum bei Thomas Marquardt: Der parlamentarische Betrieb während der Plenarwoche

von Lukas Schanzenbach

 Die Diskussion im Plenum, also "im Landtag" wie man es sich vorstellt, begann in meiner zweiten Praktikumswoche. Da ich die Woche zuvor bereits die Auschüsse und Arbeitskreise besuchen durfte, war ich besonders gespannt darauf, wie weit die Anträge seitdem gekommen worden waren. Ich schloss auch nicht aus, dass einer dieser Anträge heute schon als Gesetzesvorlage zur Abstimmung gebracht werden würde.

Um aber zunächst auf die Besuchertrbüne im Plenumssaal zu gelangen, mussten wir durch den sehr einfach gehaltenen Mitarbeiterdurchgang gehen. Vom Plenarsaal und insbesondere von der Besuchertribüne war ich sehr beeindruckt. Ich hatte mir, vermutlich durch Nachrichtenbilder aus dem Bundestag, vorgestelllt, dass die Besuchertribüne maximal für 50 Menschen Platz bieten würde. Tatsächlich bietet die Tribüne Platz für etwa 400 Besucher und später merkte ich auch wieso. Immer wieder strömten Menschenmassen auf die Besuchertribüne, wobei ich das Gefühl hatte, dass sich Seniorengruppen und Schulklassen hierbei abwechselten. Ein Rotationsverhalten war auch bei der Mehrheit der Abgeordneten zu beobachten, da diese ihren Platz nach den Abstimmungen zu Anträgen häufig wieder verließen. So konnte man bei einer wachsenden Zahl der Abgeordneten immer merken, dass eine Abstimmung kurz bevor stand. Allerdings war die Anwesenheit im Saal sicherlich auch vom Thema abhängig. Zu Beginn wurde leidenschaftlich über ein neues Integrationsgesetz der Landesregierung diskutiert. Dieses wurde dann auch mit der breiten Mehrheit der rot-grünen Koalition verabschiedet. Interessanterweise ging es später bei der Debatte auch um das Freihandelsabkommen CETA. Dieses kontroverse Abkommen hätte ich eigentlich eher in Debatten im Bundestag oder Europaparlament erwartet aber nicht hier. Es war trotzdem sehr interessant zu sehen, wie unversöhnlich sich die Fraktionen teilweise gegenüber standen. Vielleicht war das ein kleiner Vorgeschmack auf die geplanten Großdemonstrationen am Samstag. Im Anschluss daran gingen wir in die Kantine, die gutes Essen mit wunderschönem Blick auf den Rhein anbot. Hier können die Abgeordneten nach den hitzigen Debatten wieder etwas Ruhe finden und sich mit ihren Kollegen austauschen. Später waren wir noch in einem interaktiven Lernraum, der sonst von Besuchergruppen gefüllt ist. Der Raum war als Panoramakinosaal gebaut, in dem man auch einen Film über den Landtag sehen konnte. Den klassichen Weg vom Antrag zum Gesetz konnte ich hier noch einmal nachvollziehen

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