Langfristig stressfrei?

David Schuffla (v.l.), Stephan Freitag, Thomas Marquardt, Frauke Scheffler, Rüdiger Holtmann
David Schuffla (v.l.), Stephan Freitag, Thomas Marquardt, Frauke Scheffler, Rüdiger Holtmann

Nach einem langen Arbeitstag ersteinmal Kochen, die Wäsche waschen, putzen - für viele Vollzeit-arbeitnehmer ist das Alltag. Dabei würden Sie viel lieber Zeit mit ihren Kindern verbringen, die eigenen Eltern besuchen, oder sich einfach mal erholen. Schon ein bis zwei Stunden Haushaltshilfe in der Woche können den Alltag wesentlich entspannen. Das können sich viele Arbeitnehmer aber trotz 40 Stunden Arbeit in der Woche nicht leisten. Einige greifen daher auf den Schwarzmarkt zurück.

Die Gründer von stressfrei, Stephan Freitag und David Schuffla haben ein Konzept entwickelt, welches Arbeitnehmern kostengünstig Dienstleistungen anbietet und gleichzeitig die Schwarzbeschäftigung unattraktiv macht. Stressfrei setzt dazu auf die Arbeitgeber.

In einer Zeit, in der es immer schwieriger wird gutes Personal an ein Unternehmen zu binden, müssen sich Arbeitgeber einiges einfallen lassen, um als attraktiv für Arbeitnehmer zu gelten. Über stressfrei können sie ihren Mitarbeitern haushaltsnahe Dienstleistungen subventionieren. Sie übernehmen einen Teil der Kosten und der Mitarbeiter zahlt nur noch den Restbetrag.

Wenn die Mitarbeiter nach Hause kommen und dort wurde grade für Sie geputzt, denken Sie: " Dafür hat mein Arbeitgeber gezahlt". Den Arbeitgebern entsthen dadurch mehrere Vorteile. Sie schaffen ein positives Betriebsklima  und die Arbeitnehmer sind motivierter, ausgeruhter und eventuell seltener krank.

Eine Haushaltshilfe sozialversicherungspflichtig zu beschäftigen kostet viel Geld. Schwarzarbeit hingegen ist für beide Seiten attraktiv. Mit dem stressfrei-Model entfällt diese Attraktivität. Wenn der Arbeitnehmer nur noch einen Eigenanteil von einigen Euro leisten muss, ist es für ihn nicht mehr sinnvoll eine Haushaltshilfe für den selben Betrag schwarz zu beschäftigen.


Stressfrei wurde vor zwei Jahren in Münster gegründet und hat mittlwerwile über 30 Mitarbeiter. Mit ihrem Modell haben Sie zum einen Gründergeist bewiesen, zum anderen ein Konzept entwickelt, mit dem Schwarzarbeit aktiv entgegen getreten werden kann. Das alles war nur durch verschidene Gründerförderprogramme wie dem Programm EXIST des Bundeswirtschaftsministeriums und durch eine gute Vernetzung in der Stadt möglich.

Solche Programme, zu der auch die Gründergarage in Münster gehört, seien für innovative Unternehmensgründungen unabdingbar, aber momentan noch zu kurzfristig angelegt. Um langfristig stressfrei zu werden müssen Gründer vor allem langfristiger unterstützt werden. Das nehme ich für meine weitere politische Arbeit mit, damit auch andere so gute Ideen eine Chance haben sich zu etablieren.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0